Nicht, dass du jetzt so weibliche Muskelberge bekommst

Nicht das Du jetzt so Muskelberge kriegst nä? - die STRONG Kolumne von Inga Weßling
Nicht das Du jetzt so Muskelberge kriegst nä? - die STRONG Kolumne von Inga Weßling

Vor kurzem lernte ich die umwerfende Paula Lambert kennen (Sie müssen ihre Sendung „Paula kommt!“ auf sixx anschauen – diese Frau ist der Hit! www.paulalambert.de). Wir saßen in Berlin gemeinsam mit unserer Managerin Anke im Restaurant „Der Hahn ist tot“, stießen mit Cremant an und ich wusste sofort: Die Frau finde ich richtig toll! Wir sprachen über dieses und jenes und vor allem über Männer. Und von Männern kamen wir dann auf Personal Trainer (Sie erinnern sich? Ich beichtete ja in der vergangenen Ausgabe!) und von dort aus waren mir nix dir nix beim Sport!

Nicht das Du jetzt so weibliche Muskelberge kriegst nä? - die STRONG Kolumne von Inga Weßling

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Und plötzlich fragte Paula: „Und? Wie viel machst Du beim Kreuzheben, Inga?“

Als nächstes griff sie über den Tisch und beherzt in meine Waden, dann in die Taille und dann strich sie über meinen Bauch.

„Ah, entschuldige – aber das fasse ich gerne an. Das ist alles so schön fest!“

Ganz ehrlich? Die gleiche Situation mit einem Mann und ich hätte mich nicht ansatzweise so schön gefühlt! Das war ein Moment unter Frauen, der leider zu selten eintritt: Women supporting women! Sich gegenseitig feiern, sich gegenseitig schön finden und gemeinsam dadurch wachsen! Das ist doch das Größte!

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Meine Augen leuchteten natürlich AUCH, weil sich ein Gefühl einstellte von „sie ist eine von uns“ – ich weiß, das klingt total bescheuert aber so sehr ich die männliche Gesellschaft auch genieße, so fühle ich mich dann doch manchmal etwas alleine zwischen all den Hantelstangen und Testosterontitanen im Unterhemd! Es ist wirklich abgefahren, wie unterschiedlich Menschen auf Kraftsport bei Frauen reagieren. Paula gehört zu der Sorte, die es großartig finden UND – und das allem voran – die es verstanden haben!

Kein blöder Spruch à la „aber nicht, dass du jetzt so breit wirst und so weibliche Muskelberge bekommst, ne?!“. Sie trainiert selber und weiß um die Vorzüge…

Ich gebe zu, manchmal macht es natürlich auch ein Stückweit einsam. Einsamer, als wenn man mit Freundinnen zum Step-Aerobic verabredet ist. Ich sitze an den Trainingstagen zum Beispiel in der Büro-Küche und esse meinen stinkenden Harzer Roller, löffel den Hüttenkäse und bekomme mehr als nur einen schiefen Seitenblick. Aber c´mon – das eine will man und das andere muss man!

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Fakt ist auf jeden Fall, dass jeder Sport gut ist, bei dem man den Hintern vom Sofa hebt und seinen Kreislauf in Schwung bringt und das ich gewiss nicht vorhabe, zu missionieren. Im Gegenteil – ich genieße es ja, dass die Trainingsfläche nicht aus allen Nähten platzt. Aber wenn ich sehe, wie Frauen in Fitnessstudios, Zumba-Kursen und in nahezu allen Magazinen verarscht werden, macht mich das einfach wütend! Get in shape – ja, aber doch nicht mit 2,5 kg Hanteln! (Dass die pink sind, macht die Sache nur noch schlimmer!)

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Ich für meinen Teil habe neben dem Trainingseffekt etwas gefunden, wonach ich lange gesucht habe: Vor vier Jahren verbrachte ich einen Tag lang mit einer Schamanin für meine damalige Fernsehsendung „Blond, ledig, testet“. Es ging darum, was Kraftorte für eine Bedeutung haben und wie man sie findet. Und so richtig wusste ich damit damals nichts anzufangen und redete mir ein, dass es sicher eine dieser hübschen Bänke an der Elbe sei. Heute kann ich behaupten, einen solchen Ort gefunden zu haben; einen Kraftort. Das ist in diesem Falle wortwörtlich zu nehmen, da es sich um den Kraftbereich in meinem Studio handelt. Lachen Sie ruhig aber es gibt Tage, an denen ich mich schon morgens direkt nach dem Aufstehen darauf freue, abends dort zu sein, um zu trainieren. Und dabei geht es nicht alleine um irgendwelche Fortschritte, sondern es geht um einen Ort, an dem ich nahezu gedankenlos bin und mich aber gleichzeitig durch und durch spüre. Ein Ort, an dem ich mich sicher bewege. Ein Ort,an dem ich ganz bei mir bin.

Wenn man bedenkt, von welchem Platz hier die Rede ist, mag es nach einer klassischen Bild-Ton-Schere klingen aber ich treibe es mit dem letzten Satz noch mehr und ganz bewusst auf die Spitze: Ich bin hier ganz Frau.

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